Die D-Mark lebt und wirkt noch

Kürzlich war ich in Hamburg. Mit einem Kunden musste ein Preisgespräch geführt werden. Nicht einfach in diesen Zeiten. Die Firma war mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwierig zu erreichen; also nahm ich ein Taxi. Der erste Wagen am Bahnhof war ein Mercedes – nicht ungewöhnlich für Taxis. Das Äußere: extrem sauber. Die hintere rechte Tür und die Kofferraumhaube waren geöffnet. Der Fahrer – sehr adrette Freizeitkleidung – lächelte mir entgegen. Ich gab ihm meine Tasche und wollte hinten rechts einsteigen. Auch innen sah alles sehr sauber aus. Keine alten Zeitungen, keine zerfledderten Stadtpläne.

Aber dann stockte ich: auf dem Boden des hinteren Sitzes lag – ein Glückspfennig. Ein Glückspfennig als kleinste Geldeinheit aus der Zeit der D-Mark. Strahlend und funkelnd, wie ich selten früher einen Pfennig gesehen habe. Es ging nicht anders: ich musste lächeln und war schlagartig froh und glücklich. Ich hob den Pfennig auf, zeigte ihn dem Fahrer und sagte ihm, welche Wirkung das auf mich hatte. Er schmunzelte: “Schön, dann hat es ja gewirkt, den Pfennig habe ich nämlich dort hingelegt, weil ich wollte, dass mein nächster Gast sich freut. Und das sind nun Sie. Mit Menschen, die sich freuen, macht auch mir das Fahren viel mehr Spaß”. Ich war baff. Mit einem minimalen Investment einen maximalen Effekt zu erreichen – das kann nicht jeder.

Der Fahrer war der Sprachfärbung nach aus dem nahen Osten, war ausgebildeter Mediziner und sprach sehr gutes Deutsch. Zudem hatte er den Sender Klassik-Radio gewählt; wunderbar.

Irgendwann waren wir am Ziel und ich musste in mein Gespräch. Ich war angeregt, motiviert und kreativ und erreichte ein sehr passables Ergebnis. Dank dem Glückspfennig.

Die Geschichte geht mir nicht aus dem Kopf. Welchen Glückspfennig könnten wir unseren Kunden und/oder den Expats bieten, dass sie sich glücklich und selig durch den Relocation Prozess steuern lassen?

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